Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 08-2021 - 19.06.2021
Hände hoch für den Mietenstopp!

Bundesweiter Aktionstag – DGB und Mieterbund fordern sechsjährigen Mietenstopp


Am 19.06. finden in weit über 50 Städten Aktionen für einen bundesweiten sechsjährigen Mietenstopp statt. In Rostock beteiligt sich ein Bündnis aus DGB-Gewerkschaften und Mieterverein Rostock und in Schwerin der DGB Stadtverband mit einer Fotoaktion an dem Aktionstag.

Mietenstopp Schwerin

Fotoaktion in Schwerin DGB HRSW


Fabian Scheller vom DGB sagt dazu: 

„Auch in Rostock und Schwerin sind bezahlbare Mietwohnungen Mangelware. Die Entwicklung der Einkommen kann mit den steigenden Mieten nicht schritthalten. Zudem fehlt es zunehmend an größeren Wohnungen für Familien. Die angespannte Wohnungsmarktsituation ist seit Jahren einer der Treiber der starken Segregation und durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hat sich die Lage vieler Mieterinnen und Mieter noch einmal weiter verschärft.“

In Rostock sind knapp 47 Prozent der Mieterhaushalte durch ihre hohen Wohnkosten überlastet, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht. Die Mieten sind in den letzten fünf Jahren um 20 Prozent gestiegen. Während 2016 für einen Quadratmeter noch 6,01 Euro zu zahlen waren, mussten Anfang 2021 bereits 7,20 Euro gezahlt werden.

In Schwerin sind die Mieten in den letzten fünf Jahren um 21 Prozent gestiegen. Während 2016 für einen Quadratmeter noch 5,92 Euro zu zahlen waren, mussten Anfang 2021 bereits 7,17 Euro gezahlt werden.

Als überlastet gilt, wer inklusive Betriebs- und Heizkosten mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens für die Miete ausgeben muss. "Die nächste Bundesregierung muss aktiv werden und den Mieterinnen und Mietern durch einen sechsjährigen Mietenstopp eine Atempause verschaffen“, ergänzt Kai-Uwe Glause vom Mieterbund M-V.

„In der Zwischenzeit müssen neue, bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Dazu brauchen wir eine Ausweitung der Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau, eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit und ein soziales Bodenrecht. Zudem muss die Kommune Investoren bei Neubauprojekten stärker auf das Gemeinwohl verpflichten. Bund, Länder und Kommunen müssen sich außerdem wieder verstärkt ihrer Verantwortung als Anbieter günstiger, öffentlicher Wohnungen bewusst werden“, fordert Scheller weiter.

 
Weitere Informationen zur Kampagne Mietenstopp unter www.mietenstopp.de.

Mietenstopp Rostock

Fotoaktion in Rostock DGB HRSW

Die genannten Zahlen stammen aus der empirica Preisdatenbank auf Basis der VALUE Marktdaten. Sie entsprechen den sogenannten Angebotsmieten (Median), also jenen Preisen, zu denen Wohnungen auf dem Markt angeboten werden. Diese Werte bilden die Dynamik auf dem Wohnungsmarkt besser und zeitnaher ab, als die sogenannten Bestandsmieten.


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Aktionstag Mietenstopp

Broschüre
Be­zahl­bar ist die hal­be Mie­te
Bezahlbar ist die halbe Miete
DGB
Der DGB und seine Gewerkschaften werden auch in Zukunft für eine soziale und nachhaltige Politik streiten. In einer neuen Broschüre legen wir unsere wohnungspolitischen Positionen dar und zeigen Lösungen auf.
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