Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12-2020 - 11.12.2020

Verkehrswende fängt bei den Beschäftigten an


Gemeinsam mit dem DGB Rostock-Schwerin haben Betriebsräte aus über 90 Betrieben in Rostock Stadt und Landkreis ihre Arbeitswege bewertet. Das Ergebnis: Das Auto ist in 80 % der Betriebe immer noch das wichtigste Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu kommen. Kein Wunder, denn mehr als 40% der Betriebe im Landkreis und 20% der Betriebe in der Stadt Rostock bewerten ihre ÖPNV-Anbindung als „schlecht“ bzw. „sehr schlecht“.
    
Brille mit klarer Sicht auf beleuchtete Stadt. Der Hintergrund ist dafür unscharf.

DGB/Sergiy Tryapitsyn/123RF.com

Fabian Scheller, Regionsgeschäftsführer DGB Rostock-Schwerin: „Mehr Klimaschutz und eine Verkehrswende gibt es nur, wenn wir den Rostocker Beschäftigten ein attraktives ÖPNV-Angebot für ihren Arbeitsweg machen, Lohnerhöhungen sollten im Geldbeutel der Beschäftigten landen und nicht im Tank auf der Straße.“

Dazu gehört auch, dass Stadt- und Landkreisgrenzen für gute ÖPNV-Angebote keine Rolle spielen sollten. „Die Beschäftigten auf ihrem Weg zur Arbeit interessieren sich nicht für administrative Grenzen. Die Verkehrspolitik aber schon.“ (Andre Nagel, EVG) 

Die Betriebsräte sind sich daher einig: um die Zufriedenheit und die Zahl der Berufspendler*innen im ÖPNV zu erhöhen, sind hohe Taktungen und direkte Anbindungen über Grenzen hinweg entscheidend. 

Betriebsräte für S-Bahn Ausbau und Stärkung des Jobtickets

Ganz konkret fordern viele Betriebsräte den Ausbau der S-Bahn-Linien in den Seehafen und bis nach Teterow. Außerdem sind die meisten Betriebsräte überzeugt davon, dass ein finanzieller Beitrag des Arbeitgebers z.B. in Form eines Jobtickets viele Berufspendler*innen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen würde. Das Jobticket wäre damit ein effektiver Beitrag zu einer nachhaltigen Verkehrswende.

Die Ergebnisse der Befragung sollen die Grundlage für weitere Diskussionen und Forderungen an die Politik sein. Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen und die Fortschreibung des Verkehrsplanes Rostock wird der DGB zusammen mit den Betriebsräten im 1.Halbjahr 2021 eigene Vorschläge für ein Mobilitätskonzept für Stadt und Landkreis Rostock erstellen.

Die Ergebnisse der Befragung im Überblick:

Insgesamt 93 Betriebsrats-/Personalrats- oder JAVertreter*innen haben sich beteiligt.

  • Im Durchschnitt gehören in den befragten Betrieben rund 40% der Beschäftigten offiziell zur Gruppe der Berufspendler*innen; d.h. sie überqueren eine Stadt- oder Landkreisgrenze, um von ihrem Wohnort zu ihrem Arbeitsort zu gelangen.
  • Das Auto ist in 80% der Betriebe für die Beschäftigten das wichtigste Verkehrsmittel, um zur Arbeitsstelle zu kommen.
Befragung Verkehrswende

DGB HRO SN

 

  • Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei den Betrieben aus, die im Landkreis Rostock ansässig sind: in allen Betrieben wird hier das Auto als das wichtigste Verkehrsmittel für die Beschäftigten eingestuft
  • Weniger als 20% der Betriebe im Landkreis bewerten ihre ÖPNV-Anbindung als gut oder sehr gut. Mehr als 40% sagen sogar, sie sei „schlecht“ bzw. „sehr schlecht“.
  • In Rostock Stadt sind immerhin fast 50% der Befragten mit der ÖPNV-Anbindung ihres Betriebes zufrieden. Und trotzdem: In ¾ der Betriebe in Rostock ist immer noch das Auto das wichtigste Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu kommen.
Verkehrswende

DGB HRO SN

 

  • Ein Jobticket für den Nahverkehr gibt es nur in 25 der befragten Betriebe. 24 davon sind in der Hansestadt Rostock ansässig. Das Jobticket ist bisher also ein städtisches Thema: nur einer der befragten Betriebe im Landkreis Rostock bietet für die Beschäftigten ein Jobticket an.
Verkehrswende

DGB HRO SN


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