Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 09-2021 - 15.07.2021
Corona in der Region

Hunderte Minijobber:innen arbeitslos: „Die Krise ist ein Alarmsignal“

Kellner mit Tablett mit Kleingeld, Getränken und Karte mit der Aufschrift Hungerlohn

DGB/Simone M. Neumann


Ende 2020 gab es laut Bundesagentur für Arbeit in den Kreisen und Städten der Region wesentlich weniger Minijobberinnen und Minijobber als im Jahr davor. Vor allem im Gastgewerbe und bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (z.B. Reinigungs- und Sicherheitsdienste, Reisebüros) war ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Das bedeutet: Hunderte haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

Landkreis / Stadt Anzahl Minijobs Ende 2020 im Vergleich zum Vorjahr in %
Rostock  12.200 - 1.500 -10,95%
Landkreis Rostock  10.068 - 546 -5,14% 
Schwerin  6.357  - 600 -8,62% 
Ludwigslust-Parchim  10.241 - 600 -5,53% 
Nordwestmecklenburg  7588 - 500 -6,18%


„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten“, sagt Fabian Scheller, DGB-Regionsgeschäftsführer Rostock-Schwerin.

Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.

„Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“, beklagt Scheller.

„Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch die Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden“, fordert Scheller.

Der DGB kritisiert wegen seiner gravierenden Nachteile für Beschäftigte schon lange das „System Minijob“ und setzt sich für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung ein.


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